Geschichte

th_frieden Chronik des Gasthauses zur Post in Ladbergen

Seine zentrale Lage zwischen Münster und Osnabrück hat die Geschichte Ladbergens und des Gasthauses zur Post lange bestimmt. 1643, so überliefert es die Haustradition und so legt es die Geschichtsschreibung nahe, wurde auch Ladbergen zum nicht unbedeutsamen Schauplatz im Vorfeld des Westfälischen Friedens. Auf ihren Wegen zwischen Münster und Osnabrück sind die Gesandten durch Ladbergen nicht nur durchgeritten. Mehr als wahrscheinlich ist, dass die Parteien sich auf halbem Wege entgegenkamen, wenn zum Beispiel aktuelle oder besonders diskrete Fragen kurzfristig geklärt werden sollten. So ist verbürgt, dass in den Räumen des Gasthauses zur Post die Vorverhandlungen nach dem Dreißigjährigen Krieg zum Abschluss des Westfälischen Friedens 1648 stattfanden.

Schon in der Sondierungsphase zum Westfälischen Friedenskongress war klar: Eine schnelle regelmäßige Postverbindung zwischen Münster und Osnabrück musste her. Diese fehlte 1643 noch. Am 17. Juni 1643 befahl Kaiser Ferdinand der Gräfin Alexandrine von Taxis, in Münster und Osnabrück Posthäuser einzurichten und die Postroute Köln – Hamburg über Münster und Osnabrück zu führen. Ladbergen bekam eine Poststation.

th_gzp-pano_0338Das heutige Gasthaus zur Post beherbergte die Poststation seit 1. September 1871 und ist damit das älteste Haus der Postgeschichte Ladbergens, da die beiden postalisch genutzten Vorgängerbauten nicht mehr existieren. Im selben Jahr wurde die Postexpedition in eine Postagentur umgewandelt. Der Gastwirt, Bäcker und Gemeinderechner Heinz Schulte-Freckling war nun zugleich auch Postagent. Er blieb es bis zu seinem Tod 1918. Jahrzehntelang war es üblich, dass die Postkutschen Güter und Personen beförderten und der Postausspann grundsätzlich in Ladbergen erfolgte. Zu diesem Zweck waren dem Hotel Stallungen zur Aufnahme von zwölf Pferden angegliedert. Für die Fahrgäste standen vier Fremdenzimmer bereit.

Von 1918 bis 1957 musste die Poststelle verlegt werden. Am 30. November 1957 zog die Poststelle in das im Hofe des Hauses Schulte-Freckling neu errichtete Postgebäude ein. 1980 wurde die Amtsstube zu klein und die Post zog in ein größeres Gebäude ein. Insgesamt 70 Jahre Post im Gasthaus zur Post sind damit endgültig Geschichte.

An die Postkutschen erinnern heute das neben dem Ladberger Wappen am Giebel der Stirnwand angebrachte Wappenschild mit dem Posthorn und der über der Eingangstür prangende, aus Messing geschmiedete Ausleger, der eine mit vier Pferden bespannte Postkutsche darstellt.

Hans Schulte-Freckling, dessen Nachfahren das Gasthaus zur Post noch heute führen, stammte aus Ledde. 1870 heiratete er in die alteingesessene Familie Kipp ein, die das Gasthaus bis dahin bewirtschaftete. So ist für 1741 im Mühlenregister ein Gerd Kipp in der Vogtei belegt. In den Jahren 1964 – 1983 wurde das Hotel durch Pächter bewirtschaftet, bevor es am 9. Mai 1983 mit Rolf Schulte-Freckling wieder durch die Familie übernommen wurde. Seit dem 1. April 1998 leitet Günther Haug das traditionsreiche Haus.