Zur Person

Günther Haug: Gastwirt in Ladbergen

haug_0549Als Ende März 1998 im Dresdner Kempinski Hotel Taschenbergpalais dessen Direktor Günther Haug verabschiedet wurde, war viel Prominenz gekommen – an der Spitze Sachsens damaliger Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf und die Landesmutter Ingrid Biedenkopf. Sie kamen einen Mann zu ehren, der nach 25 Jahren in der Grand Hotelellerie beschlossen hatte, ins Münsterland zu gehen: Dort gibt es in Ladbergen das „Gasthaus zur Post“, seit mehr als 100 Jahren im Familienbesitz der alteingesessenen Familie Schulte-Freckling. Günther Haug, verheiratet mit Elisabeth Schulte-Freckling, setzt die Familientradition des Hauses fort: Mit einem jungen und kreativen Team in der Küche und einer Menge Ideen auch für den Hotelbereich hat der Hotelier das Haus ins neue Jahrtausend geführt.

Das Gasthaus zur Post in Ladbergen hat eine lange Geschichte – die Chronik reicht über 365 Jahre zurück und verzeichnet im Vorfeld des Westfälischen Friedens Sondierungsgespräche in der strategisch ideal zwischen Osnabrück und Münster gelegenen Post. Mit seinem Wechsel nach Ladbergen kehrte Günther Haug zurück zu den Wurzeln seines Berufs. Er bereut den Weg vom Manager eines 5-Sterne-Luxushotels zum aktiven Gastgeber nicht: „Es tut gut, sich wieder in unmittelbarer Nähe des Gastes zu bewegen, ihm ein perfekter Gastgeber zu sein!“ sagt Haug.

Seine Bilderbuchkarriere begann mit dem Besuch der Höheren Handelsschule und der anschließenden Kellnerlehre im renommierten Hotel „Graf Zeppelin“ in Stuttgart. Anschließende Lehr- und Wanderjahre führten ihn in die Hotels „Le Beau Rivage“ in Lausanne, „The Grosvenor House“ in London und „Grand Hotel Regina“ in Grindelwald.

Als die Olympischen Spiele 1972 in München ausgetragen wurden, hatte der damals 25jährige Günther Haug gerade seine Prüfung als Betriebswirt an der Hotelfachschule Heidelberg absolviert. Das Olympische Komitee machte ihn für die Unterbringung der Ehrengäste verantwortlich, und diese Aufgabe erfüllte er mit Bravour. Die traditionsreichste deutsche Hotelgesellschaft Kempinski AG wurde auf ihn aufmerksam und holte ihn als Leiter der Personalabteilung in ihr Münchner Hotel „Vier Jahreszeiten“. Drei Jahre später war er dort bereits stellvertretender Hoteldirektor, und im Juli 1978 wurde der damals 31jährige Haug zum Geschäftsführenden Direktor des Kempinski Hotel Gravenbruch Frankfurt berufen. In seiner 15jährigen Dienstzeit führte er dieses Haus zu einem Hotel der Spitzenklasse.

Letzte Station vor dem Gasthaus zur Post war das Taschenbergpalais in Dresden, das ebenfalls zu Kempinski gehört und unter Günther Haug als Geschäftsführender Direktor schnell zum besten Hotel in den neuen Bundesländern avancierte – mit zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen in der Fachpresse und einer überdurchschnittlichen Auslastung.